Rohkonzept "Heimatgeschichtliches Museum und Archäologische Ausstellung"

Schloss Hefenfeld von Nordosten: idealer Standort eines Heimatgeschichtsmuseums
Schloss Hefenfeld von Nordosten: idealer Standort eines Heimatgeschichtsmuseums

Schon Ende 2009 hatte ich als Projekt-Beitrag zur Konzeptionsphase des Dorferneuerungsverfahrens (DE) ein erstes Museums-Rohkonzept erarbeitet. Doch leider gab es damals keinerlei Resonanz darauf. Dennoch bin ich der Sache weiter nachgegangen und habe bis Mitte 2012 die Verfügbarkeit grundsätzlich geeeignet erscheinender Räumlichkeiten geprüft.

Dabei fand sich aber keine Dauerlösung mit ausreichend großen, ständig verfügbaren Räumen und möglichst ungehindertem Zugang der Öffentlichkeit.

Nach der Vorstandswahl der DE-Teilnehmergemeinschaft im Herbst 2012 und deren erster Maßnahmen-Sitzung stellte sich zu meiner großen Überraschung heraus, dass das Projekt nicht vergessen und sogar ins Verfahren aufgenommen worden war. Ausschlaggebend dafür: drei zwischenzeitlich in einem Anbautrakt des Schlosses frei gewordene und für das Museumsvorhaben angebotene Räume...  

Nachfolgend die wesentlichen Nutzen, Besonderheiten und Elemente des Vorhabens - in der idealen historischen Umgebung des Schlosses

 

Nutzen und Ziele

  • Abbau der großen Wissensdefizite über die vorgeschichtliche Vergangenheit des Orts sowie über Heimat-, Kultur- und Naturgeschichte innerhalb der Bevölkerung; 
  • Unterrichtung über die historische und archäologische Bedeutung Henfenfelds, seiner Umgebung und des gesamten Hammerbachtals;
  • Anregen von Geschichts-, Heimat-, Natur- und Umweltbewusstsein;
  • Schaffen spezifischer Attraktionen für den Ort, die lokal Identität stiften, als Tourismus-Magnet wirken und Alleinstellungsmerkmale im Werben um Gewerbe- und Neubürger-Ansiedlung darstellen. 

Grundkonzeption/ Realisierungsform

  • Gestaltung einer Internet-Präsenz als Virtuelle Ausstellung/ Virtuelles Museum
  • plus Aufbau einer physischen heimatgeschichtlichen Sammlung und eines realen Museums.
  • Einbeziehen bereits vorhandener Objekte bei Familie Löhner/Hafner im ehemaligen Schmiedeanwesen und bei der Evangelischen Kirchengemeinde
  • Umsetzen eines Aktiven und Inter-Aktiven Museums, das mehr bietet als Exponate in geschlossenen Räumen:

Programmiertes Einbeziehen von Wohnbevölkerung und Besuchern durch themenspezifische Motivations- und Gemeinschaftsaktionen wie etwa Hausnamenforschung, das Anlegen von Lehrpfaden als Kinder- und Schülerprojekte, die Rekonstruktion einer mittelalterlichen Holz-Turmburg...

 

Module/ Auf- und Ausbaustufen/ Konzept-Erweiterung...

  • Modul 1 = Internet-Präsenz/ Website

Kann unabhängig vom Ablauf des Dorferneuerungsverfahrens sofort in Angriff genommen werden.

Hier wird die Grundlagenarbeit geleistet, die zur Realisierung des Museums ohnehin notwendig ist.

  • Modul 2 = Aufbau von Ausstellung und Museum
  • Modul 2a = Außenstelle/ Dependance Museumsscheune Löhner/Hafner
  • Erweiterungs-Module (3 / 4) - außerhalb des Museums:

- Informations-/Lehrpfad "Orts-Erkundung" vom und zum Schloss: Baudenkmale und historisch bedeutsame Gebäude sowie heimatgeschichtliche Details

- Informations-/Lehrpfad "Orts-Umrundung": z. B. alte Steinbrüche, der Mühlgraben, Vogelherde, historisch relevante Flurstücke, archäologische Spuren, wesentliche alte und neu entdeckte Bodendenkmale.

  •  Erweiterungs-Modul (5) - außerhalb des Museums:

= Rekonstruktion einer mittelalterlichen Holz-Turmburg oder eines Wartturms

in Form einer moderierten, von Experten begleiteten Dorf-Gemeineinschaftsaktion.

  • Konzept-Erweiterung durch Ausdehnen der geografischen Abdeckung auf die Region Hammerbachtal. Einbeziehen der zur Verwaltungsgemeinschaft gehörenden Gemeinden Engelthal und Offenhausen mit ihren Ortsteilen.

 

Baugeschichtliche und archäologische Untersuchungen im Schloss...

Ein heimatgeschichtlich-archäologisches Museum im Schloss Henfenfeld verlangt zwingend nach einer möglichst fundierten Darstellung der Burg- und Schlossgeschichte Dazu sollte insbesondere die bis heute ungeklärte Chronologie der Vorgängerburg erforscht werden.

Ältere Burg-Bauteile sind noch innerhalb der Renaissance-Schlossanlage vorhanden, die nach den Zerstörungen im Zweiten Markgrafenkrieg ab 1553 entstanden war. Dazu gehört z.B. das Erdgeschoß des alten Bergfrieds.

Neben einigen Buckelquadern, die gewöhnlich als typisch für die staufische Baumode vom Ende des 12. Jahrhunderts interpretiert werden, finden sich weitere architektonische Elemente aus älterer Zeit. Auch in dem vorgesehenen Ausstellungsraum.

Dem Anschein nach könnte es sich bei der Außenwand des nach 1553 eingerichteten und bis ins 19. Jahrhundert benutzen Pferdestalls um eine ehemalige Ringmauer handeln, durch die einst ein Tor führte. An der entsprechenden Stelle sind von innen deutliche Baufugen zu erkennen - an der Außenfassade befindet sich eine Stein-Torrahmensetzung.

Siehe Erdgeschoss-Grundrisspläne und Fotos im Anhang!

 

Neben der bautechnisch-bauhistorischen Untersuchung sollte auch eine archäologische Prospektion im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten durchgeführt werden.

Dafür bietet sich inbesondere der Brunnenschacht im Schlosshof an. Die Untersuchung von Brunnen erbringt in der Regel reiches Fundgut und gute Befunde: Zeit des Brunnenbaus und im Schacht abgelagerte Zeitschichten!