Nachkommen Stiebar/ Sti(e)ber - oder Vorfahren Stübiger/ Nickel Stüber?

Orte mit Personen-Nennung Sti(e)ber im Amt Voigtsberg/Vogtsberg ab 1510 und im Amt Plauen um 1600- der Ort Eichigt: Nickel Stüber um 1600 - Fleißen: die neue Heimat von Nickels Sohn Hans, 1653.

Laut Sprachforscher Dr. Dr. Volkmar Hellfritzsch stammt die älteste bislang festgestelle Stieber-Nennung in der Region aus dem Jahr 1467: Nickel Stieber in Planschwitz.

In dem doch etwas weiter von Plauen entfernten herzoglich-sächsichen Altenburg gibt die Ämterrechnung von 1449/50 Hinweise auf einen Schmied Hans Stiber.

Aus diesen Informationen alleine lässt sich aber nicht ableiten, dass die genannten Personen Nachkommen des Heinrich Stiber (Stiebar) von 1333 sein könnten, der möglicherweise mit Konrad II Schlüsselbergs Tochter Agnes ins Vogtland gekommen war.

Immerhin bleiben folgende Fakten:

Das Vogtsberger Erbbuch von 1542 nennt Namensträger Stieber in vier Orten, drei davon hart an der Grenze zum Amt Plauen:

Planschwitz: 2 mal Hanns Stieber, Hensel Stieber, Mertenn Stieber, Erhardt Stieber; alle Lehensleute derer von Zedtwitz (mit Stammsitz auf dem Gebiet der Markgrafschaft Brandenburg-Kulmbach!) 

Schönbrunn: Nickel Stieber und Erhardt Stieber, Lehensleute des Hanns Sackh mit je einem halben und ganzen Hof

Tirpersdorf: Nickel Stieber, Lehensmann des Amts Vogtsberg mit einem halben Hof.

In der Erbbuch-Fassung von 1534 genannt:

Untertriebel: Erhart Stiber, Lehensmann des Hans von Magwitz mit einem halben Hof.

 

In der Ahnenforschung Lenk finden sich in Tirpersdorf und im 16. Jahrhundert: 

Nicol Stieber, Bauer, geboren um 1510, gestorben vor 1576; sein Sohn Hans Stieber, geboren um 1540, heiratet 1565 Katharina ?, zog nach Kottengrün, starb vor 1598. Die Tochter Katharina heiratete 1595 den Müller Christoph Ebert von Tirpersdorf/Kottengrün.

 

Auf der oben abgebildeten Karte ist außerdem der Ort Taltitz im Amt Plauen verzeichnet.

Quelle dafür sind die Lehens- und Gerichtshandelsbücher der Stadt Plauen von 1600 bis 1615. Darin werden für Taltitz genannt: Hans Stieber und Adam Stieber.

 

Nennungen aus dem Erbbuch der Stadt Oelsnitz (16. Jahrhundert):

Hans Styber und sein Sohn Georg; Hans Styber, der Junge; Georg Stieber; Paul Stieber; Jorg Styber.

Das Erbregister der Güter Schönbrunn, Lauterbach und Wernesgrün von 1612 bis 1628 nennt Nicol Stieber, Matthes Stieber und Andres Stieber.

 

Für die Stadt Plauen gibt es folgend Nennungen:

1549: Stieber, ohne Vornamen; 1559/60: Stieber, Jeremias; 1587 bis 1595: Stieber, Michel; 1581 bis 1600: Stieber, Barbara und Michael.

 

Fazit: Wegen der Häufigkeit der Namen Stiber und Stieber in der Region (und auch im Raum Hof) gibt es wohl kaum Chancen, konkrete mögliche Stiebar-Nachfahren zu ermitteln. Hinzu kommt, dass es sich bei Sti(e)ber laut Hellfritzsch um einen typischen Übernamen nach der Wesensart oder auch nach einem Beruf handelt: abgeleitet von stieben = Staub von sich geben, schnell laufen, rennen. Bezeichnet wird so z.B. ein unruhiger Mensch, ein Davongelaufener oder auch ein Müller.

Als Vorfahren von Nickel Stüber in Eichigt um 1600 kommen Personen des Namens Stiber und Stieber nur in dem selteneren Fall in Frage, dass ein Pfarrer oder Kanzlist bei einem Dialekt sprechenden Vater das "i" im Namen als mundartlich interpretiert hat und deswegen bei der Namensschreibung des Sohns das vermeintlich korrekte "ü" verwendete. Dabei handelt es um eine sogenannte hyperkorrekte Schreiberform.
Nach dem bisherigen Forschungsstand treten Stüber sonst erst 1621 und nur in Plauen auf: Wolf Stüber. Ab 1686 häufiger: Simon Stüber, Regina Stüberin, Hanns Stüber.

Grundsätzlich könnte dieser Wolf Stüber in Plauen Nickels Vater gewesen sein.