Insignien der Ritter von Stübig und ihrer wahrscheinlichen  Stammfamilie

Siegel von 1388

Die Umschrift lautet:

S WERNHER STVBCH

Werner ist von 1347 bis 1388 belegt

1348 Burgmann zu Neideck

Sohn von Otto I, Bruder von Heinrich III,

Heinrich IV, Otto II (Kaplan zu Neideck)

und Schwester Kathrei

1371 Urkunden-Aussteller,

1388 Helfer bei Urfehde

Siegel von 1323

Die Umschrift lautet:

S BALTHERI DICTI STUP IC

Walter ist von 1303 bis 1334 belegt:

1312 erster namentlich genannter Vogt auf der Burg Neideck

1330 bis 1332 Vogt auf der Burg Niedersenftenberg

 

 

 

 

 

 

 

Vergleichs-Siegel

des Eberhard IV Förtsch von Thurnau

aus dem Jahr 1253

Die Umschrift lautet:

S EBERHAR (D) I

DE TURN (A) WE

 

Die Ähnlichkeit des Wappenbilds mit dem der Stübig deutet auf eine Verwandtschaft der Familien hin.

Dabei waren die Förtsch wohl das Stammgeschlecht. 

Ihre Vorfahren "Briswizze" = Preuschwitz und "Menigen" = Menchau sind ab 1149 als Ministerialen der Grafen von Andechs in Oberfranken nachgewiesen.

 


Diese Abbildung zeigt die Farbigkeit des Wappens der Försch und der Stübig:

Rote von rechts über Eck eingebogene Spitzen auf silbernem bzw. weißem Grund.

 

Bei den Familien Modschiedel und Fellendorf sind die Spitzen spiegelverkehrt von links über Eck eingebogen.

Gustav Voit vermutete eine Verwandtschaft mit den Stübig.

Eugen Schöler hat in Franken eine Reihe weiterer ähnlicher Wappenbilder festgestellt.

Offenbar ist aus all diesen Vorlagen das moderne Fränkische Landeswappen entwickelt worden, bei dem die roten Spitzen senkrecht von oben nach unten zeigen und als Rechen gedeutet werden.   

 

 

 

 


Auch in zwei Bänden der „Siebmacher-Wappenbücher“ (Dokumentation ab 1605 bis ins 18. Jahrhundert) stösst man auf Stübig

Dieses Wappen „F.H. (Freiherr) v. Stübig“

stammt aus einem Supplement-Band

des 18.Jahrhunderts (Tafel 7/Sup.8).

 

Die zwei vermehrten Wappenfiguren kennzeichnen es als so genanntes Allianzwappen.

Entstanden ist es 1562 aus einer von Kaiser Ferdinand I für Hanns Stibich von Trofaiach in der Steiermark und David von Lengheim verliehenen Wappenbesserung. Der dazugekommene Pferderumpf stammt vom Wappen der blutsverwandten Praun.


Dieses Wappen „Stübig“ stammt aus einem älteren Siebmacher-Band

und wird der Steiermark zugeordnet.

(Band II, Tafel 43/ Steyrische).

Als Wappenfigur zeigt es das Packfass - eine Variante der Butte.

Stibich / Stübich, Trofaiach in der Steiermark,

1470: Melchior und Gabriel Stübich

 

Die Wappen-Informationen zu den steierischen Stübig verdanke ich Wolf-Dietrich Wohlfarter. 

Daneben habe ich von ihm auch Unterlagen über Wappen einer mährischen Familie Stubik/ Stubick aus Königstein-Iglau erhalten.

Wegen des völlig abweichenden Wappenbildes kann aber wahrscheinlich nicht von einer "mährischen Linie" gesprochen werden.

Die Expertise des Heraldikers Eugen Schöler zu den beiden Wappen:

Die Wappenbilder stellen den Namen symbolisch-etymologisch dar: durch die Abbildung der Böttcherprodukte Packfass und Butte. Das Packfass wurde im Mittelhochdeutschen "Stübch" oder "Stübich" genannt.

Es handelt sich um so genannte sprechende Wappen (vgl. „Holzschuher“ = eine Holzsandale).

Indirekt berichten die Wappenbilder aber über die Herkunft: den Ort Stübig/ Besitz in Stübig.

Sie können nur so entstanden sein, dass Mitglieder der Familie Wappen neu in Auftrag gegeben haben; dabei aber ihre ursprüngliche Abstammung nicht mehr kannten.

Es handelt sich jedoch eindeutig nicht um bürgerliche Wappen, sondern um solche des Adels. Erkennbar am Spangenhelm in der Helmzier.

Bei Siebmacher werden sie unter „Ritter und Adelspersonen“ geführt.