Burg-Erbauer, Vögte und Burghüter über mehrere Generationen -                   weder im Info-Pavillon noch in aktuellen Veröffentlichungen ausreichend dargestellt!

Gleich neben der Ruine der Neideck-Hauptburg steht seit 2008 ein quadratischer Informations-Pavillon. Hier, im so genannten Archäologiepark, enthüllen die Informationstafeln aber leider nur den Namen des Erbauers der kleinen Kernburg aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts: Heinrich de Nidecche. Wie die Ausarbeitungen auf meiner Website zeigen, hätte man aus leicht zugänglichen Quellen wesentlich mehr Informationen gewinnen und interessierten Besuchern wenigstens ein verdichtetes Geschichtsbild der Stübig vermitteln können: derjenigen fränkischen Ritterfamilie, die mit der Burg Neideck so eng und so lang verbunden war wie kein anderes Adelsgeschlecht - und aus der höchstwahrscheinlich aus jener Heinrich de Nidecche stammt!


Im Wanderführer "Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" werden leider nur die oben lesbaren Informationen verbreitet. Kein Wort darüber, dass die Stübig/ Neideck urkundlich nachweisbar von 1303 bis etwa 1460 immer wieder die Vögte/Amtleute und Burgmänner auf der Neideck stellten; dass der erste überhaupt überlieferte Vogt unter der Herrschaft der Schlüsselberger ein Stübig gewesen war; dass sich aus den Stübig nach 1347 in der Ära der bischöflich-bambergischen Eigentümerschaft weiterhin viele Burgmänner rekrutieren.

Für das Jahr 1348 weist das Rechtsbuch des Bischofs Friedrich von Hohenlohe fünf Burgmannen aus.

Gleich drei davon waren Angehörige der Familie: Otto, Werner und Johann Stübig. Der Wanderführertext nennt aber keine Namen! Siehe Markierung rechts oben.

Im Führer scheint der Name Stübig ganz offensichtlich auch zugunsten der heute noch bestehenden Adelsgeschlechter Aufseß, Groß und Egloffstein ganz vermieden worden zu sein - siehe markierte Textzeilen links oben! Dabei blieben die Dienste für die genannten Amtleute immer nur kurze Episoden. So wird klar, dass dem Autor der Kotau gegenüber diesen Geschlechtern offenbar wichtiger erschien als die historische Wahrheit!